Platzverweis
Kurzdefinition
Ein Platzverweis ist die polizeiliche Anordnung, einen Ort vorübergehend zu verlassen oder ihn nicht zu betreten, um eine Gefahr abzuwenden.
Erklärung
Mit einem Platzverweis fordert die Polizei eine Person auf, sich von einem Ort zu entfernen oder ihn nicht zu betreten. Er ist eine Standardmaßnahme der Gefahrenabwehr und in den Polizeigesetzen der Länder geregelt, etwa in § 34 des Polizeigesetzes Nordrhein-Westfalens. Voraussetzung ist eine Gefahr, zum Beispiel bei Unfallstellen, Einsatzorten, Auseinandersetzungen oder Störungen. Der Platzverweis gilt in der Regel nur für kurze Zeit, daneben gibt es längerfristige Aufenthaltsverbote, die strenger begründet werden müssen. Er muss verhältnismäßig sein und wird oft mündlich ausgesprochen. Wer ihn missachtet, kann mit Zwangsmitteln wie Androhung oder unmittelbarem Zwang bis zum Gewahrsam rechnen und eine Ordnungswidrigkeit begehen. Gegen den Platzverweis kannst du nachträglich Rechtsmittel einlegen, etwa die Feststellungsklage. In Österreich spricht man teils von Wegweisung, in der Schweiz regeln die Kantone die Wegweisung und Fernhaltung. Auch Gaffer an Unfallstellen müssen mit einem Platzverweis rechnen.
Beispiel aus der Praxis
Nach einem Verkehrsunfall stehen viele Schaulustige an der Straße und behindern die Rettungskräfte. Die Polizei erteilt mündlich einen Platzverweis und bittet alle, den Bereich zu verlassen. Du gehst auf die andere Straßenseite und folgst der Anordnung. Wer sich weigert, riskiert, dass die Polizei Zwangsmittel anwendet.
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Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: 2026-10-03
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