Bewerbung bei der Polizei: Voraussetzungen und Ablauf

Die Antwort
Du bewirbst dich bei der Polizei des Bundeslands, bei der Bundespolizei oder dem Bundeskriminalamt, je nach Wunsch. Voraussetzungen sind unter anderem ein passender Schulabschluss, Polizeidiensttauglichkeit und ein einwandfreier Leumund. Das Auswahlverfahren umfasst meist Einstellungstest, Sporttest, Gespräch und ärztliche Untersuchung. Die Details regelt jeder Dienstherr selbst.
Der Polizeiberuf zieht viele an, und die Wege dorthin sind vielfältig. Weil die Polizei in Deutschland überwiegend Ländersache ist, gibt es nicht ein einheitliches Verfahren, sondern sechzehn Landespolizeien, dazu die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt. Alle haben eigene Einstellungstermine, Altersgrenzen und Anforderungen. Typisch sind die Ausbildung im mittleren Dienst oder ein duales Studium im gehobenen Dienst. In Österreich und der Schweiz laufen die Wege über Grundausbildung bei Bundespolizei bzw. kantonalen Polizeien und Polizeischulen. Hier erfährst du, welche Voraussetzungen häufig gelten, wie das Verfahren abläuft, welche Fristen zu beachten sind und worauf Bewerber achten sollten. Außerdem zeigen wir, welche Eigenschaften im Auswahlverfahren zählen.
Rechtslage
Der Zugang zum Polizeivollzugsdienst richtet sich nach dem Beamtenrecht des jeweiligen Dienstherrn. Polizeivollzugsbeamte stehen im Beamtenverhältnis, die Einstellungsvoraussetzungen regeln Bund und Länder in eigenen Gesetzen und Laufbahnverordnungen. Nach dem Beamtenstatusgesetz setzt die Ernennung grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Mitgliedstaats voraus, zudem die Gewähr, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten. Für den Dienst ist die gesundheitliche Eignung, die sogenannte Polizeidiensttauglichkeit, nötig, die ärztlich untersucht wird. Mindest- und Höchstalter, geforderte Schulabschlüsse und Sportanforderungen legt jeder Dienstherr selbst fest, sie unterscheiden sich daher zwischen den Ländern und der Bundespolizei. Die Ausbildung erfolgt im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Bei erheblichen Vorstrafen oder laufenden Verfahren kann die Einstellung abgelehnt werden. In Österreich erfolgt die Aufnahme über das Bundesministerium für Inneres mit eigenem Aufnahmeverfahren. In der Schweiz ist die Ausbildung kantonal organisiert, mehrere Kantone betreiben gemeinsame Polizeischulen. Die Länder haben die Laufbahnen in den Laufbahnverordnungen unterschiedlich ausgestaltet, und die Bundespolizei nutzt das Bundesbeamtengesetz. Wer die Voraussetzungen nicht erfüllt, kann sich teils später erneut bewerben. Neben dem Vollzugsdienst gibt es auch Tätigkeiten im Verwaltungsdienst und im Tarifbereich, die andere Zugangsvoraussetzungen haben. Eine laufende Probezeit sichert die Eignung nach der Ernennung ab. Für Seiteneinsteiger gibt es in einzelnen Ländern besondere Programme, über die der jeweilige Dienstherr auf seinen Karriereseiten informiert, und Bewerberinnen und Bewerber mit Behinderung werden nach den Regeln des Sozialgesetzbuchs besonders berücksichtigt.
| Frage | Deutschland | Österreich | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Wer stellt ein? | Landespolizeien, Bundespolizei, Bundeskriminalamt | Bundesministerium für Inneres über die Polizei | kantonale Polizeikorps und Polizeischulen |
| Typischer Einstieg | mittlerer Dienst oder duales Studium | Grundausbildung | siehe kantonale Regelung |
| Altersgrenzen und Abschlüsse | je nach Dienstherr verschieden | siehe Ausschreibung | siehe kantonale Regelung |
| Anlaufstelle | Karriereseiten der Polizeien | Karriereseiten der Polizei | Karriereseiten der Kantonspolizeien |
Schritt für Schritt
- Dienstherrn wählen. Entscheide, ob du zu einer Landespolizei, der Bundespolizei oder dem Bundeskriminalamt möchtest. Vergleiche Aufgaben, Standorte und Laufbahnen. Die Landespolizei ist meist heimatnah, die Bundespolizei bundesweit.
- Voraussetzungen prüfen. Lies auf der Karriereseite die Anforderungen zu Schulabschluss, Alter, Größe oder Sehvermögen und Sport. Die Regeln unterscheiden sich je nach Dienstherr und ändern sich gelegentlich.
- Unterlagen zusammenstellen. Bereite Lebenslauf, Zeugnisse, Nachweise und gegebenenfalls Führungszeugnis vor. Achte auf Fristen und Formate. Viele Bewerbungen laufen heute über Online-Portale mit Upload. Lass Zeugniskopien beglaubigen, wenn der Dienstherr das verlangt, und achte auf die Dateigröße beim Hochladen.
- Auswahlverfahren bestehen. Typisch sind Einstellungstest, Sporttest, Vorstellungsgespräch und ärztliche Untersuchung. Bereite dich mit Übungsaufgaben und regelmäßigem Training vor. Die einzelnen Stufen sind je nach Land verschieden. Schlafe vor dem Termin ausreichend und bringe geforderte Nachweise und Sportkleidung mit.
- Ausbildung beginnen. Nach erfolgreicher Auswahl wirst du in den Vorbereitungsdienst berufen, meist im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Die Ausbildung dauert im mittleren Dienst etwa zweieinhalb Jahre, im Studium länger, je nach Dienstherr.
Fristen
Bewerbungsfristen unterscheiden sich je nach Dienstherr, Einstellungstermin und Laufbahn. Viele Polizeien nehmen Bewerbungen für den Herbsttermin bereits im Vorjahr an, manche mit Stichtagen, andere fortlaufend. Prüfe deshalb frühzeitig die Angaben auf der Karriereseite deines gewünschten Dienstherrn. Zwischen Bewerbung und Einstellung können mehrere Monate liegen, weil Tests und Untersuchungen terminiert werden. Ein Führungszeugnis ist oft kurz vor der Einstellung vorzulegen und sollte nicht zu alt sein. Beachte zudem Altersgrenzen, sie gelten zum Zeitpunkt der Einstellung oder Bewerbung, je nach Regelung.
Stolperfallen
- Wer sich nur auf einen Dienstherrn konzentriert, verpasst Chancen, bewirb dich bei mehreren, wenn du offen bist.
- Ein schlechter Sporttest ist häufiger Ausschlussgrund, trainiere rechtzeitig und gezielt.
- Laufende Verfahren oder Einträge im Führungszeugnis können die Einstellung verhindern, sei ehrlich in den Angaben.
- Falsche Angaben im Bewerbungsbogen können später zur Entlassung führen.
- Verlass dich nicht auf Gerüchte über Körpergröße oder Sehstärke, die aktuellen Anforderungen stehen auf den Karriereseiten.
Häufige Fragen
Wo bewerbe ich mich bei der Polizei?
Bei der Landespolizei deines Bundeslands, der Bundespolizei oder dem Bundeskriminalamt. Alle betreiben Karriereportale mit Stellenangeboten, Voraussetzungen und Bewerbungsformularen. Die Wahl hängt von deinen Wünschen ab, etwa Heimatnähe, Aufgabenbereich oder Laufbahn. Du kannst dich bei mehreren Dienstherren bewerben, wenn die Fristen es zulassen.
Welchen Schulabschluss brauche ich?
Das hängt vom Dienstherrn und der Laufbahn ab. Für den mittleren Dienst wird häufig ein mittlerer Schulabschluss verlangt, für den gehobenen Dienst meist Abitur oder Fachhochschulreife. Die genauen Anforderungen stehen auf den Karriereseiten des jeweiligen Landes oder der Bundesbehörde und können sich ändern.
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Üblich sind Einstellungstest, Sporttest, ein Gespräch oder eine Gruppenübung und eine ärztliche Untersuchung auf Polizeidiensttauglichkeit. Die Reihenfolge und die Inhalte unterscheiden sich je nach Dienstherr. Bereite dich mit Übungsmaterial und Training vor und informiere dich auf der Karriereseite über Ablauf und Termine.
Was ist die Polizeidiensttauglichkeit?
Sie beschreibt die gesundheitliche Eignung für den Polizeivollzugsdienst. Ärzte prüfen unter anderem Sehvermögen, Hörvermögen, Bewegungsapparat und allgemeine Belastbarkeit. Die Anforderungen sind in Dienstvorschriften festgelegt und können sich unterscheiden. Bei Einschränkungen lohnt eine frühe Nachfrage beim Dienstherrn, ob Ausnahmen möglich sind.
Kann ich mit Vorstrafen zur Polizei?
Das ist schwierig. Der Dienstherr verlangt die Gewähr für das Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung und prüft Eintragungen und laufende Verfahren. Erhebliche Verurteilungen schließen die Einstellung in der Regel aus, bei Bagatellen entscheidet der Einzelfall. Gib im Bewerbungsverfahren immer wahrheitsgemäß Auskunft.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: 2026-10-03
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